22. September
"Siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die ihr eigen Wort führen und sprechen: Er hat's gesagt. Siehe, ich will an die, so falsche Träume weissagen, spricht der Herr, und predigen diesel-ben und verführen mein Volk mit ihren Lügenmund losen Theidingen (Geschwätz) und dem Vol-ke nichts nütze sind, spricht der Herr."
Jeremia 23, 31 - 32.
Wer kann doch predigen, er sei denn ein Apostel? Wer ist aber ein Apostel als der, der das Wort Got-tes bringt? Wer kann aber Gottes Wort bringen als der, der Gott gehört hat? Mag man aber den auch einen Apostel nennen, der nichts anders als seine Träume und menschlichen Satzungen und philosophische Lehre dem Volk vorträgt? Ja, ein Dieb ist er, ein Mörder, ein Verderber und Würger der Seelen; - der nicht gesandt ist, sondern kommt von selbst, und das erkennen die bekümmerten und ge-ängstigten Gewissen sehr wohl. Denn so oft Gottes Wort gepredigt wird, macht es fröhliche, weite, si-chere Gewissen; denn es ist ein Wort der Gnade, der Vergebung, dazu ein gutes und süßes Wort. Wenn man aber Menschenworte predigt, das macht ein trauriges, enges, zitterndes Gewissen in ihm selbst. Denn es ist ein Wort des Gesetzes, des Zornes undder Sünden, zeigt an, was der Mensch nicht getan hat und was er doch tun sollte.
Auszug aus dem Buch: Dr. Martin Luther - "Christlicher Wegweiser für jeden Tag"

